|
Der Ursprung des thailändischen Schwertkampfes geht auf den früher üblichen Zweikampf der königlichen und adeligen Elefantenreiter zurück. Er dürfte in seinen Anfängen ebenso alt sein wie der asiatische Schwertkampf überhaupt. Eine Beeinflussung durch die Entwicklungen in China, Kambodscha, Burma und Japan mögen viel zur Verfeinerung der Technik beigetragen haben. Eine Verwandschaft mit Kendo ist deshalb erkennbar. Als der Zeitpunkt kam, wo moderne Schußwaffen die traditionellen Schwerter allmählich ersetzten, wurde der Schwertkampf jedoch als reine Kampfkunst weitergepflegt. Ei Anhänger davon war König Chulalongkorn, der dafür sorgte, daß alle Prinzen in dieser Kampfkunst zur Selbstverteidigung unterrichtet wurden. Der König selber führte auch öfter den sogenannten "Schwerttanz" auf dem Rücken eines Elefanten aus. Das geschah allerdings nicht mehr im königlichen Duell, sondern als königliche Respektbezeugung für Buddha. |
![]() |
Bei den heute üblichen, offiziellen
Vorführungen sind die Schwerter abgestumpft oder aus Holz, dennoch sind
Verletzungen nie ganz ausgeschlossen. Das dreifache "Wai", der thailändische
Gruß, der Eröffnungszeremonie wird als Bitte um königliche Begnadigung
verstanden, sofern es doch zu Verletzungen im Kampf kommt.
|
|
"Krabee" bedeutet Kleinwaffen bzw. Handwaffen, die man am Ellenbogen befestigen oder mit einer Hand einsetzen kann. Dazu gehören beispielsweise Messer, Kurzschwerter, Keulen und ein Schild oder auch zwei Schwerter-in jeder Hand eines. Mit "Krabong" werdenLangwaffen wie Lanzen, Speere oder Piken in jeder Variante bezeichnet, die mit beiden Händen geführt werden können. Je nach gleichartiger oder auch unterschiedlicher Ausrüstung der Gegner sind auch die Kampfregeln verschieden. Den besuchern Thailands wird eine Darstellung geboten, die früher nur im Palast als "Royal Command Performance" stattfand. Auf beiden Seiten wird mit je zwei Schwerter gefochten. Man beginnt mit der Hab-Acht-Position, bei der die beiden Schwerter als Spitzdreieck vorgehalten werden. Zugleich stehen die Füße bereits zur Attacke von links oder rechts. Auch zu dieser Kampfkunst gehört eine Musikbegleitung, die sich immer mehr in den Kampf hineinsteigert und gleichzeitig die gegnerischen Parteien immer weiter antreibt. |
|
Dieser
Kampfsport verlangt eine absolute technische Beherrschung der Waffen,
blitzschnelle Reaktionen und alle Elemente des schnellen Attakierens.
Interessant und bemerkenswert ist, das Frauen ebenso aktiv an dieser harten
Kampfsportart teilnehmen wie Männer. Und: Frauen sind nicht selten auch
die Sieger! Die Meister oder Meisterinnen dieser Kampfsportart können
mit mehreren Kurz- und Langwaffen mit tödlicher Perfektion umgehen, aber
auch ohne Waffen mit Thai-Boxen weiter kämpfen!
|
|
Autor: Wilfried
Stevens / Siam-Journal
|