Die Tempeljungen, weibliche Mönche
Autor: Wilfried Stevens / Siam-Journal

Im Thai werden die Tempeljungen als Lu Sit bezeichnet. Der Luk Sit ist im Grunde ein Knabe von etwa acht oder neun Jahren, der dem Mönch Arbeiten abnimmt. Als Gegenleistung bekommt er Religionsunterricht und wird im Lesen und Schreiben unterwiesen. Da sich viele Eltern in den ärmeren Regionen trotz Schulpflicht eine Schule kaum leisten können, werden viele Tempeljungen in den Klöstern aufgenommen. Der Mönchslehrer übernimmt dabei die Rolle des Lehrers und des Erziehers. Deshalb nennen die Tempeljungen ihren Mönchslehrer auch Luang Pho oder Luang Pu, was ehrwürdiger Vater oder ehrwürdiger Großvater bedeutet. Der Tempeljunge hat die Möglichkeit im Wat zu wohnen, oder, wenn seine Eltern oder Verwandten nicht so weit wohnen, jeden Abend zu einer Familie zu gehen. Den Tempeljungen wird, wegen ihres geringen Alters, viele Freiheiten gelassen.

Die Aufgaben eines Tempeljungen sind zum Beispiel die Wohnungen fegen, das Geschirr zu spülen, das Essen vorzubereiten oder auch, sofern vorhanden, den Garten zu pflegen. Die Tempeljungen dürfen erst dann essen, wenn die Mönche mit ihrem essen fertig sind; wobei auch hier oft ein Auge zugedrückt wird. Sie leben meistens nur wenige Monate im Wat.

Die etwa 10.000 Klosterfrauen werden "maetschi" genannt. Sie unterliegen anderen Regeln als die Mönche, ihnen ist auch der Umgang mit Geld gestattet. Daher übernehmen die maetschi oftmals die Bewirtschaftung von Mönchssiedlungen. Die meisten Klosterfrauen kümmern sich auch zunehmend um die Pflege älterer Menschen und Waisenkinder.

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